W11

Es ist die erste Woche im Schnupperstudium, die Kalenderwoche 11. Und damit eine zeitliche Zuordnung da ist, schreibe ich W11. Weiter ist meine Idee gut, in den Veranstaltungen per MindMap mitzuschreiben. Ist übersichtlich und die Notizen lassen sich leicht ordnen. Dann genieße ich die langen Pausen zwischen den Terminen zum Nachspüren, Notizen ergänzen, Essen und Entspannen. In der Bibliothek gibt es Ruhe und eine Korbliege.

Und die Menschen hier. Ich sah in der Woche sehr viele und kam mir manchmal unter den Jungen verloren vor. Menschen der Hochschule erlebte ich in den Qualitäten, die ich weiter erforschen will: Klarheit, Authentizität, Offenheit, Wohlwollend gehören für mich zur Qualität Selbstsein. Begegnungen auf Augenhöhe zeigen Verbundensein und die Einladung zum gemeinsamen Arbeiten Kooperation. Fühlt sich gut an – Danke.

Oh ja, ich erkenne meinen Fokus auf WinWinWin, mit der ich das Erleben erfasse. Doch dafür bin ich hier und offen für mehr.

Die Sitzungen in W11, die generell zum Start einen Überblick zum Veranstaltungsthema boten, berühren mit ihren Inhalten meine Ideen und machen richtig neugierig:

  • Vom Menschen: Der Mensch als Naturwesen, der Mensch als Kulturwesen sind Hauptthemen. Ich bin mit dem Mitschreiben zögerlich, denke daran, mir die Unterlagen zu besorgen und fange doch an, Notizen zu machen. Darin steht dann auch: Der Mensch ist gut – oder? Der Mensch ist frei – und wie? Die Veranstaltung wird ein spannender Überblick.
  • Psychologie und Spiritualität: Der Überblick vertieft sich an manchen Punkten und ich entdecke, dass zu Aristoteles Zeiten das Thema hinter WinWinWin schon aktuell war: Erkenne dich selbst. Alles mit Maß. Du bist. Ja, ‚Erkenne dich selbst‘ sehe ich als Basis für Selbstsein. ‚Du bist‘ lässt mich ein Gegenüber und eine Welt erkennen, in der ich wirke, also kooperieren kann. Doch das ‚Alles mit Maß‘ irritierte, weil es als Grenze, als Möglichkeit eines ‚zu viel‘ erörtert wurde. Dies lies mich dann ziemlich lange nachspüren bis die Ahnung kam, dass Maß ja auch ein Maßstab der Verbindungmöglichkeit, also eine Struktur, eine Resonanz die Voraussetzung für Wechselwirken sein kann. Im Alltag das Maß: Begegnung auf Augenhöhe. Bleibt spannend.
  • Wie kommt Neues in die Welt: Zitate zum Scheitern als Anstöße zum Nachdenken. Ich gab den Zettel weiter und erinnerte mich an H. Hesse: Wer das Unmögliche versucht kann das Mögliche erreichen? Ja, auch dies beschäftigte mich noch eine Weile und wurde zur Frage: Gibt es Neues überhaupt oder ist es eine kontinuierliche Kombination von Bekanntem? Vermute beides: Kombinationen ermöglichen neue Qualitäten. Emergenz. Ich bleibe dran.
  • Woher komme ich, wer bin ich und wohin gehe ich: Dahinter wird Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sichtbar und die Lebenspraxis ist aus allen Dreien aufgebaut. Und dann sind wir in einen Vergleich der Schöpfungserzählungen aus der Bibel und dem Koran eingetaucht und mir wurde ganz mulmig, als ich darin die Auswirkungen auf die Gegenwart erkannte. Und wieviel Tote und Zerstörung es in dem Streit immer noch gibt, was richtig ist an Erzählungen, die Jahrhunderte mündlich überliefert wurden. Und die Frage taucht auf: Ist meine Lebensart ein Ausstieg oder nur ein Versuch dazu? Das wird spannend.
  • Erörterung aktueller kultureller Probleme: Klasse, ein neues Format von Veranstaltung, die den Dialog und die Gestaltung durch die Teilnehmer*innen in den Vordergrund stellt. Die focusierte Themensammlung ist interessant, hier nur die Punkte: Religion, Bewusstsein, Weltbild, Angst vor Rechts, Digitalisierung und für die nächste Sitzung ist es ‚Transkulturelle Identität‘. Alle sind zu Beiträgen eingeladen.